NORWAY-TEAM®-FRANK / DIVE & ADVENTURE
ORCA-NORWAY

 

 

  Reisebericht ORCA 2006

   

 

 

 

Hallo Orca-Freunde,

es war wieder soweit und die Saison der Orcas hatte in Nordnorwegen begonnen. Wir starten an einem warmen Oktobertag Richtung Kiel, um von dort mit dem Flagschiff der Color Line „Fantasy“, nach Oslo zu starten. Der Straßencheck der E6, die für 1400km unser Begleiter sein wird, sagt jegliche Straßenverhältnisse voraus. Wann wird uns der erste Schnee erwarten? Es ist soweit, 4 Std. hinter Oslo fängt der erste Schneefall an. Durch das Gudbrandsdal, hoch hinauf über das Dovrefjell (immerhin bis auf 1100m über N.N.), bis hinter Steinkjær. Schnee, wenig Eis, Regen, Sonne, alles dabei. Am Parkplatz, dem Tor von Nord-Trondelag nach Nordland, übernachten wir. Am nächsten Morgen dann viel Schnee, d.h. 20cm. Die über Nacht gefallene Menge hätte in so manchen deutschen Großstädten wieder das absolute Verkehrschaos verursacht. Hier in Norwegen läuft alles viel ruhiger. Ich montiere nun die Spike-Reifen und die restlichen 600km werden angegangen. Die Fahrt über den Polarkreis ist wieder einmal eindrucksvoll. Immer noch 300km. Absolute Ruhe, vereinzelt begegnet man Fahrzeugen und eine raue, verschneite Gegend. 2006 ist die E6 total vereist und es hat sich bezahlt gemacht, mit Spikes unterwegs zu sein. Andere ausländische Fahrzeuge, die nicht aus dem Skandinavischen kommen, tuckern vor sich hin und haben so ihre Probleme.

Nach 2 Tagen Fahrzeit, stehen wir am Fähranleger in Bognes / Tysfjord. Noch 1 Stunde Fähre, 30 Minuten mit dem Auto und wir sind am Abend wieder in unserem Basislager, Offersøy Feriesenter. Die nächsten 4 Wochen werden wir hier verbringen und wieder so oft wie möglich hinaus fahren in den Vestfjord.

Einen Tag alles vorbereiten und dann kommen die Gäste. In Offersøy wurde ein zweiter „Finnmaster“, mein Boot und Begleiter für die nächsten Wochen, angeschafft. Es kann losgehen.

 

Montag, die 1. Ausfahrt steht bevor. Nach ausgiebigem Frühstück starten wir hinaus in den Vestfjord. Die Wettervorhersage ist nicht optimal, doch wir können hinaus in den Vestfjord. Eines ist sofort klar, es wird nicht einfach, die typischen Finnen der Orcas bei Wellengang auszumachen. 2 Stunden vergehen, keine Orcas. Die Rücksprache mit beim 2. Finnmaster, mit dem alteingesessenen Skipper Marco, ergibt auch keine Sichtungen. Durch Flexibilität und Rücksprache mit den Gästen, beschließe ich eine Sightseeing-Tour durch die Fjorde zu fahren. Eine super Entscheidung, die Sonne kommt durch und so kann das Panorama der verschneiten Bergwelt wahrgenommen werden. Phantastisches Panorama des Festlandes und der Lofotenwand. Hinein in den Trollfjord und genießen der Stille und der steilen Felswände.

Noch 2 Stunden bis Offersøy. Der Besuch einer ehemaligen Fischersiedlung, lässt das Leben dort erahnen. Der Rest der Strecke ist schnell geschafft, denn mit 28 Knoten Speed kommen wir gut voran. Pünktlich zum Dunkelwerden legen wir am Steg wieder an und hoffen auf besseres Wetter für die nächsten Tage.

 

Ein neuer Tag mit Sonnenschein. Tollem Wetter, kaum Wind und Seegang. Also los geht’s.

Nach 8 Minuten und 2 Seemeilen, 9.00 Uhr morgens, wir sehen eine Gruppe Orcas fast vor der Haustür. Wir sind das erste Boot und können so ausgiebig die Gruppe beobachten. Weitere Boote folgen, aber wir haben Glück und es gelingt immer bei der Gruppe zu bleiben. Viele Fotos und Videos entstehen. Mittags brechen wir ab und fahren zurück, denn die Speicherchips sind voll und die Akkus leer.

Das „ungeschriebene Gesetz“, dem 1. Boot gehört die Gruppe und alle anderen Boote warten in respektvollem Abstand, wird von den nachfolgenden Safaribooten eingehalten. Nur so können alle Gäste mit unvergesslichen Eindrücken wieder nach Hause fahren.

Nach einer Stunde starten wir neu. Die Orcas sind immer noch in der Nähe und weitere, unvergessliche, fantastische Augenblicke können wir genießen.

 

Das größte Erlebnis, war die Beobachtung der Orcas direkt im 5° Celsius warmen Wasser. Diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen, lässt jedes Herz höher schlagen. Fertigmachen, Boot stoppen, rein ins Wasser mit dem Wissen, man ist einer der Wenigen, der die Orcas live erleben kann. Wieder ins Boot und langsam ran an die Gruppe, fertigmachen, Boot stoppen, rein ins Wasser. Noch mal und noch mal.

Unsere Schnorchler kommen mit Tränen in den Augen aus dem Vestfjord. Den 2 „Tauchern“ mit der 7er auf dem Rücken verschlägt es fast die Sprache. Schon beim Absprung fast den „Späher“ der Orca-Gruppe berührt, dann noch irre UW-Aufnahmen, lässt den Puls sofort höher schlagen.

 

Die Gruppe aus HH ist sich einig, Frank ist der "größte Skipper". Na ja, diese mehrmaligen Aussagen am Tag lassen mich schon ein wenig rot werden, jedoch fällt es nicht weiter auf, da draußen Minusgrade herrschen, der eisige Wind ins Gesicht pustet und ich mit meiner Sturmhaube die „Röte“ verbergen kann.

 Ich, als Skipper, muss nach dem Abtauchen der Orcas innerhalb von 5 Sekunden entscheiden, wohin ich meinen Finnmaster steuere. Es war ein optimaler Tag, unsere Orca-Familie hat es bei der Jagd zugelassen, das Boot, Schnorchler und Taucher zu dulden. Glück gehabt.

 Unsere Zeit in Nordnorwegen neigt sich dem Ende zu, der Abschied fällt wie immer schwer, denn Offersøy ist zu einer neuen Heimat geworden, wenn auch nur für kurze Zeit

 

 Auf ein Neues 2007